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28.09.2026

Neue Hospizbegleiter für den Ambulanten Hospizdienst Lahn-Dill

Nach sechs Monaten Vorbereitung übernehmen 18 Ehrenamtliche künftig Aufgaben in der Lebens- und Sterbebegleitung.

Neue Hospizbegleiter: 16 der insgesamt 18 Teilnehmer des Vorbereitungskurses sind gemeinsam mit den Koordinatoren Christina Stopfer und Roland Penktner sowie Geschäftsführer Peter Bittermann auf dem Gruppenfoto zu sehen. Von links: Roland Penktner, Tanja Seel, Valentina Wolf, Sylvia Hüttermann, Susanne Föste, Karen Strauch, Sabine Schüller, Peter Bittermann, Gabriela Eglinsky, Angelika Mohr, Silke Petry, Diethelm Graf, Martina Graf, Jutta Kühn, Bettina Jaich, Anette Schell, Christina Hermann, Heidrun Röttger und Christina Stopfer. Petra Richter und Bärbel Rummel fehlen auf dem Foto.

18 Frauen und Männer haben am 21. September im Haus Elisabeth in Dillenburg den zweiten Vorbereitungskurs für die ehrenamtliche Lebens- und Sterbebegleitung beim Ambulanten Hospizdienst Lahn-Dill abgeschlossen. Bei der Zertifikatsübergabe wurden sie offiziell im Kreis der ehrenamtlichen Hospizbegleiter willkommen geheißen.

Sechs Monate lang hatten sich die Teilnehmer unter der Leitung der Koordinatoren Christina Stopfer und Roland Penktner auf ihre künftige Aufgabe vorbereitet. Dabei ging es um Sterben, Tod und Trauer ebenso wie um Kommunikation, Spiritualität und Palliativversorgung. Auch die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zu Abschied und Sterben war Bestandteil des Kurses.

Bei der Abschlussfeier richtete Peter Bittermann, Geschäftsführer der Haus Elisabeth Caritas Dillenburg gGmbH, den Blick auf eine Frage, die viele Menschen mit dem Begriff Hospizarbeit verbinden: den Tod. Natürlich gehöre dieser zur Hospiz- und Palliativarbeit dazu. Im Mittelpunkt stehe jedoch nicht das Sterben allein, sondern der Mensch, der bis zuletzt lebt. Bittermann fasste es in seiner Ansprache so zusammen: „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht nicht alleine das Sterben an sich, sondern die Begleitung eines lebenden Menschen am Ende seines Lebens. Im Mittelpunkt steht also das Leben – bis zuletzt!“

Zeit schenken und da sein

Was Hospizbegleiter dabei leisten ist nicht medizinische Behandlung und auch keine Pflege im engeren Sinn. Ihre Aufgabe liegt in der persönlichen Begleitung. „Sie schenken das Kostbarste, das wir besitzen – ihre Zeit“, sagte Bittermann. Sie hören zu, wenn Worte schwerfallen, halten Stille aus, lachen und weinen gemeinsam oder sind einfach da.

Diese Bereitschaft, sich auf andere Menschen und ihre Lebenssituation einzulassen, erfordere Mut, betonte Bittermann. Ein Ehrenamt in der Hospizarbeit bedeute, sich mit der Endlichkeit auseinanderzusetzen und dem Schmerz nicht auszuweichen. Gleichzeitig könne die Begegnung mit schwerkranken und sterbenden Menschen viel zurückgeben. Sie könne den Blick dafür schärfen, was im Leben wichtig sei: Begegnung auf Augenhöhe, Offenheit, Ehrlichkeit und die Wärme eines anderen Menschen.

Die neuen Hospizbegleiter werden künftig schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige begleiten. Die Begleitung kann zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus stattfinden. Auch eine Mitarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit des Ambulanten Hospizdienstes ist möglich.

Ehrenamt als Fundament der Hospizarbeit

Bittermann dankte bei der Zertifikatsübergabe nicht nur den neuen Hospizbegleitern, sondern auch den beiden Koordinatoren Christina Stopfer und Roland Penktner, die die Weiterbildung erarbeitet und kontinuierlich weiterentwickelt haben. Seit das Haus Elisabeth im April 2022 die Trägerschaft des Ambulanten Hospizdienstes Lahn-Dill übernommen hat, habe sich der Dienst gut entwickelt. Die Nachfrage und das Interesse an der Arbeit seien deutlich spürbar. Auch personell entwickelt sich der Ambulante Hospizdienst weiter: Zum 1. Oktober wird eine dritte Koordinatorin das Team verstärken.

Mit den neuen Hospizbegleitern wächst zugleich das ehrenamtliche Fundament des Dienstes. Derzeit sind bereits mehr als 70 ehrenamtliche Hospizbegleiter für den Ambulanten Hospizdienst Lahn-Dill tätig. Sie begleiten Menschen in einer Lebensphase, in der Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe besonders wichtig werden.

Wer sich ebenfalls für die ehrenamtliche Lebens- und Sterbebegleitung interessiert, kann sich beim Ambulanten Hospizdienst über die Tätigkeit und den nächsten Vorbereitungskurs informieren.

Roland Penktner

Koordinator | Palliativberatung

Ambulanter Hospizdienst Lahn-Dill
Rolfesstraße 40
35683  Dillenburg
02771 8981-65
0160 8162 671
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